Heating in the box: das Biomasse-Kraftwerk im Container

Bei einem Mineralölkonzern geht man davon aus, dass die firmeneigenen Gebäude mit Öl geheizt werden. Normalerweise. Doch die Zeichen der Zeit haben sich geändert. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Das hat auch Total erkannt. Der Konzern entwickelte ein neues Konzept: Heating in the box. Dabei handelt es sich um ein Biomasse-Kraftwerk, das mit Holzpellets gefüttert wird und nahezu überall zum Einsatz kommen kann.

Ein Mineralölkonzern setzt auf Pellets

Die erste dieser Biomasse-Heizanlagen hat jüngst ihre Arbeit an der Raststätte von Lichtenbusch (an der Grenze von Deutschland und Belgien) aufgenommen. Sie liefert Wärme für die beiden Tankstellen, das Restaurant und das benachbarte Ibis-Hotel. Untergebracht ist die Anlage in einem Container. Das macht sie mobil und einzigartig.

Der Belgien-Chef von Total, Paul Mannes, ist von dem Konzept überzeugt. „Wir haben es hier mit einer Premiere zu tun, nicht nur für Belgien, sondern weltweit“, erklärte er in einem Interview. Weil das Kraftwerk in einem Container steckt, könne es ohne großen Aufwand an jedes Gebäude angegliedert werden.

Das System biete gleich mehrere Vorteile. Besonders wichtig ist Paul Mannes der Aspekt, dass Biomasse zum Einsatz kommt. Dieser Rohstoff habe Potenzial. Er sei eine „sinnvolle Ergänzung zu den fossilen Brennstoffen, aber auch zu erneuerbaren Energien wie Sonne- und Windkraft“.

Bis zu 2.000 kW Leistung

Das Kraftwerk, das jetzt an der Raststätte seine Arbeit verrichtet, dient dem Konzern in erster Linie als Vorzeigeobjekt. Denn Heating in the box wurde nicht vorrangig für den eigenen Bedarf entwickelt, sondern soll auch verkauft werden. Als Zielgruppe hat Total unter anderem Krankenhäuser und Gemeindeverwaltungen im Blick. „Die Leistung kann, je nach Gebäude individuell abgestimmt werden“, so Paul Mannes. Sie liegt zwischen 100 und 2.000 kW.

80 Prozent weniger CO2-Ausstoß

Der Konzern sieht das Biomasse-Heizwerk als Investition in die Zukunft und die Umwelt. Fossile Brennstoffe seien im täglichen Geschäft zwar weiterhin dominant. Aber, dessen ist man sich sehr wohl bewusst: Sie werden auf Dauer nicht reichen, um den wachsenden Energiebedarf zu decken. Deshalb investiere man auch in Biomasse und Sonnenkraft. Daraus ergibt sich dann auch eine Rendite für die Umwelt. Die Anlage in Lichtenbusch reduziert den bisherigen CO2-Ausstoß um 80 Prozent.

Kommentare

  1. Guten Tag,

    gerne würde ich mich Ihrer Kompetenz bedienen mit einer Frage: Standort Diepholz.

    In Planung: eine Anlage die aus Gärresten Öl und Gas erzeugt, und im Pyrolyseverfahren wird beides in einem Dieselmotor genutzt, ab Frühjahr 2017.

    Beide Stoffe werden somit gleichzeitig in dem Dieselgenerator eingebracht um Strom und Wärme zu erzeugen! (350Kw/el/h)

    Dieser Strom soll in das Netz eingespeist werden mit einem möglichen EEG-Bonus aus 2016.(baugenehmigung 2016 vorhanden)

    Flüssige Biomassen sind im EEG Bonusfähig in 2016.

    Meine Frage: Es werden rund 90% an Pyrolyseöl und 10% Restgas dem Motor-Generator bereitgestellt.

    Ist dieses EEG fähig, erhält man hier einen Bonus?

    Habe gelesen, dass max. 10% sog. Zündöl mit verwendet werden dürften um den EEG-Bonus zu erhalten. (Zündstrahlmotor)

    gerne hätte ich eine mögliche Antwort, bevor das Projekt weitergeführt oder umgestellt werden sollte.

    grüsse

    Jastrzembski

  2. Das ist ein kniffelige Frage und sollte besser von einem Fachexperten beantwortet werden. Die Seiten der Bundesnetzagentur über Erneuerbare Energien und der BAFA über Biomasse könnten evtl. weiterhelfen.

    Die Bundesnetzagentur führt ab 2017 Ausschreibungen zur Ermittlung der finanziellen Förderung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen durch. Ich würde insofern versuchen die Bundesnetzagentur mit dieser Frage zu kontaktieren.

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