Die Biomasse wird mobil

Biomasse wird vor allem stationär genutzt, und das meist in großen Anlagen. Doch es geht auch kleiner. Viel kleiner. Ein schmucker Anhänger reicht inzwischen vollkommen aus, um überall Bio-Energie nutzen zu können. Passend dazu gibt es fahrbare Pelletieranlagen. Kurzum: Die Biomasse wird mobil.

Überall Energie produzieren

Dass große Anlagen mehr Leistung bringen, also mehr Wärme und Strom produzieren, steht außer Frage. Dafür sind sie an einen Ort gebunden. Sie von A nach B zu bringen, wäre mit einem enormen Aufwand verbunden und würde Tage, wenn nicht gar Wochen in Anspruch nehmen. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sich findige Tüftler mit der Entwicklung kleinerer Biomasse-Anlagen befasst haben. Es geht vor allem darum, dort Energie zu haben, wo sie gerade dringend benötigt wird.

Einsatzbeispiele gibt es genug. In den gerade von Unwettern zerstörten Orten wären die mobilen Biomassekraftwerke ideal. Ebenso, wenn sich beim Hausbau, bei Renovierungen oder dem Austausch der Heizungsanlage Verzögerungen ergeben.

Die Pelletheizung im Anhänger

Die mobilen Anlagen befinden sich in normalen Fahrzeuganhängern, die je nach gewünschter Leistung unterschiedlich groß ausfallen. Eine Anlage, die bis zu 70 Kilowatt Wärmeleistung liefert, wiegt ohne Wasser und Pellets knapp 3.000 Kilogramm.

Um die aus den Pellets gewonnene Energie in die eigenen vier Wände zu bekommen, bedarf es keiner größeren Umbaumaßnahmen. Es reichen einige Schlauchkuppelungen, die von Experten angeschlossen und mit der Hausinstallation verbunden werden. Der große Vorteil: Die Anlagen müssen nicht gleich gekauft werden. Sie werden hauptsächlich vermietet.

Pelletieranlagen – perfekt für die Landwirtschaft

Interessant wird es, wenn man das Grundmaterial für die Biomasse-Anlage selbst herstellt. Das Pendant zum mobilen Kraftwerk ist die mobile Pelletieranlage. Sie stellt aus unterschiedlichen Materialien wie Getreidestroh, Energiegräsern und Pflegeschnitt Pellets her.

In einer Stunde wird genug Material verarbeitet, um eine Heizleistung von 4.500 Kilowatt zu erzeugen. Die Anlage selbst benötigt für diese Arbeit 100 Kilowattstunden Energie. Das Gerät „schluckt“ Quader- und Rundballen, ist mit bis zu 300.000 Euro allerdings auch nicht gerade günstig. Doch der Betrag amortisiert sich relativ schnell: bei 1.000 Betriebsstunden bzw. 1.000 Tonnen Pellets pro Jahr.

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