Biogas

Biogas entsteht, wenn Biomasse vergoren wird. Es ist ein natürlicher Prozess, der in Biogasanlagen bisweilen durch spezielle Mikroorganismen unterstützt wird, um einen optimalen Ertrag zu erzielen. Das Gas kann – nach einer Aufbereitung – sowohl in das Gasversorgungsnetz eingespeist, als auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Ein dritter Anwendungsbereich für Biogas sind Fahrzeuge mit Gasantrieb.

Als Ausgangsstoff für das Gas kommen viele biogene Materialien infrage. Oftmals werden Reststoffe wie Bioabfälle, Klärschlamm oder Speiserste in speziellen Anlagen vergoren, ebenso Gülle und Mist. Hinzu kommen, je nach Biogasanlage, Pflanzenreste, Pflanzenteile oder Energiepflanzen, die eigens zur Gewinnung von Bioenergie angebaut wurden.

Abhängig davon, mit welchen biogenen Materialien die Anlagen befüllt werden, ergeben sich unterschiedliche Biogaserträge und Methangehalte. Zum Vergleich: Maissilage liefert 202 Kubikmeter Biogas je Tonne bei einem Methangehalt von 52 Prozent. Bioabfall wiederum kommt auf 100 Kubikmeter je Tonne bei einem Methangehalt von 61 Prozent. Die schlechteste Ausbeute ergibt sich nach aktuellem Stand bei Schweine- und Rindergülle.

Bevor aus Pflanzen, Mist und Bioabfall Gas wird, durchläuft das Ausgangsmaterial einen mehrstufigen Prozess, bei dem die einzelnen Bestandteile von unterschiedlichen Mikroorganismen zersetzt werden. Das Ergebnis ist energiereiches Gas, das unter Abwesenheit von Sauerstoff gebildet wird, etwa Klärgas, Faulgas und Deponiegas.

Biogas setzt sich hauptsächlich aus Methan und Kohlenstoffdioxid zusammen. Hinzu kommen von Spuren von Sauerstoff, Stickstoff, Schwefelwasserstoff, Wasserstoff und Ammoniak. Einige dieser Bestandteile sorgen dafür, dass Biogas vor der Aufbereitung im wahrsten Sinne des Wortes „zum Himmel stinkt“. Erst wenn das Gas aufbereitet und von unerwünschten Bestandteilen wie Wasser und Schwefelwasserstoff befreit wurde, kann es ins Erdgasnetz eingespeist werden.

Potenzial ist durchaus vorhanden. Aktuell wird in der Bundesrepublik so viel Biogas produziert, dass die Menge 20 Prozent der Erdgasimporte aus Russland entspricht. Weitere zehn Prozent sind möglich. Schöpft man alle Optionen aus und schließt die Fortschritte bei der technischen Entwicklung mit in die Prognosen ein, halten Experten einen Anteil von 55 Prozent für durchaus realistisch. Auf EU-Ebene ist, unter optimalen Voraussetzungen, ein Wert von 125 Prozent denkbar.

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